Antibiotika gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin. Ihnen verdanken wir es, dass viele Infektionskrankheiten, welche früher oft tödlich endeten, heutzutage gut behandelbar sind. Leider hat diese Wirksamkeit jedoch auch ihre Schattenseiten: Antibiotika wirken gegen eine Krankheit, indem sie deren auslösende Bakterien bekämpfen. So weit, so gut.

Das Problem: Sie können meist nicht zwischen diesen „schlechten“ Bakterien und „guten“ Bakterien, wie etwa im menschlichen Darm unterscheiden. Stattdessen bewirken sie oft eine Art Kahlschlag in der Bakterienlandschaft – und die kann eine ganze Reihe von unangenehmen Folgen mit sich bringen.

Darmmikrobiom, Dysbiose und Probiotika

Der menschliche Darm enthält ein unglaublich komplexes Ökosystem, bestehend aus verschiedensten Bakterien. Diese Gemeinschaft nennt man Mikrobiom.

Das Entscheidende: Innerhalb dieses Mikrobioms hat jeder Bewohner seine eigenen, spezifischen Aufgaben.

Wird also zum Beispiel ein Bakterienstamm zurückgedrängt oder sinkt die Gesamtanzahl der Bakterien, so können deren Aufgaben nicht mehr erledigt werden.

In diesem Fall spricht man wissenschaftlich von einer „Dysbiose“.

Laut Studien konnte eine solche Dysbiose bisher mit Symptomen wie Erschöpfung, Übergewicht und einem geschwächten Immunsystem in Verbindung gebracht werden. Aber auch auf Zusammenhänge mit Allergien und Autoimmunerkrankungen gibt es mittlerweile Hinweise, die auf ein zugrunde liegendes Ungleichgewicht im Darm hindeuten.

Um diesen „Bakterienverlust“ auszugleichen, greifen viele Menschen zu sogenannten Probiotika, also Präparaten mit lebenden Mikrokulturen.

Die Grundidee: Spezifische Darmbakterien sollen gezielt zugeführt werden, somit das Darmmikrobiom wieder ins Gleichgewicht kommen und der Darm in der Erfüllung seiner Aufgaben wieder optimal unterstützt werden – für rundum mehr Wohlbefinden.

Das Problem: Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine wahre Flut an unterschiedlichsten Präparaten – die jedoch oft wichtige Kriterien nicht erfüllen.

Warum eine angemessene Bakterienvielfalt nach einer Antibiotika-Behandlung so wichtig ist

Eine Dysbiose nach einer Antibiotikabehandlung ist weit verbreitet und entsprechend gut erforscht. Zu einem besonders spannenden Ergebnis kam dabei eine israelische Studie 2018: Sie konnte zeigen, dass Probiotika mit wenigen Stämmen (<15) nach der Einnahme eines Antibiotikums nicht nur wenig hilfreich waren, sondern sogar zu einer verzögerten und unvollständigen Erholung der Darmflora führten!

Im Gegensatz dazu war eine Behandlung mit einem breiten Bakterienspektrum erfolgreicher: Diese bewirkte nach einer Antibiotikatherapie eine schnellere und effektivere Wiederherstellung der „guten“ Darmbakterien. Doch das ist noch lange nicht alles, was zählt.

Was muss bei der Anwendung von Probiotika beachtet werden?

Probiotika sind kein Sprint, sondern ein Marathon. Mikrokulturenpräparate sollten immer über einen längeren Zeitraum, idealerweise mindestens 12 Wochen, angewendet werden. Daneben haben wir einige Do's & Don’ts für dich gesammelt.

Das solltest du vermeiden:

1

Geringe Diversität

Experten empfehlen mindestens 50 verschiedene Bakterienstämme, um einen wirklichen Unterschied zu machen.

2

Niedrige oder verwirrende Dosierung

Diese wird bei Probiotika in KBE, koloniebildende Einheiten, gemessen. Ist diese Dosierung zu niedrig (z. B. unter 20 Mrd. KBE pro Tagesdosis) oder unklar kommuniziert (manche Hersteller versuchen, die Dosierung durch komplizierte Anwendungsanweisungen zu verschleiern), ist das ein Warnzeichen.

3

Schlechte Verpackung

Die wertvollen Bakterien sind extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, sogar Luftfeuchtigkeit kann ausreichen, um sie abzutöten, noch bevor du die Kapsel auch nur in der Hand hattest. Deshalb sollten sie individuell in Aluminium verpackt sein, nicht in Plastikdosen oder Gläsern.

4

Keine GMP-Zertifizierung

GMP, der Arzneimittelstandard ist ein besonders strenger Produktionsstandard. Produkte mit diesem Zertifikat wurden nachgewiesenermaßen nach diesem Standard gefertigt.

5

Keine zusätzliche Unterstützung der Darmschleimhaut

Die Darmschleimhaut ist der Nährboden für die guten Bakterien. Eine Dysbiose steht oft mit Schädigungen der Darmschleimhaut in Verbindung. Deshalb sollten Probiotika immer auch Stoffe enthalten, die die Darmschleimhaut gezielt unterstützen.

Do’s and Don’ts

DO

Hohe Diversität: mindestens 50 Bakterienstämme

Hohe Dosierung und transparente Verzehrempfehlung

Sichere Verpackung, zum Beispiel im Alu-Alu-Blister

Nachgewiesenermaßen hohe Produktionsstandards

Kompetenter Kundenservice und Geld-zurück-Garantie

Unkomplizierte Anwendung

DON'T

Cross Black

Nur auf den Preis schauen

Cross Black

Von übertriebenen Dosierungsangaben blenden lassen

Cross Black

Geringe Dosierung

Cross Black

Geringe Diversität

Cross Black

Komplizierte Anwendung und/oder zu große Kapseln (schwer zu schlucken)

Anzeige

Der große Test

Entsprechend dieser Kriterien haben wir 5 aktuell weit verbreitete Produkte untersucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Wichtige­ Kriterien
K53­ Advance
Flora­ Intenso
Proba­flor
Mighty­ Biotics
Super­mikroben
Einzel­verpackung im Alu-Alu-Blister
Cross BlackCross BlackCross BlackCross Black
30-Tage Geld-zurück-Garantie
Cross BlackCross Black
Abo-­Service
Cross BlackCross Black
Genaue Stamm­benennung
Cross BlackCross BlackCross Black
Unterstützung der Darm­schleim­haut
Cross BlackCross Black
03 Hyp1 Product Overview

Unser Testsieger

Kijimea K53 Advance

Kijimea K53 Advance online kaufen
Platz1

K53 Advance

Kijimea K53 Advance
Platz:

Vorteile

Der Hersteller ist in medizinischen Kreisen für seine Forschung und Innovationen bekannt.

Mit bereits einer leicht zu schluckenden Kapsel ist die Tagesdosis abgedeckt.

Das Produkt ist gluten-, fruktose- und laktosefrei sowie frei von Zusatz-, Konservierungs- und Aromastoffen und Süßungsmitteln.

Nachteile

Cross Black

Zwar sind die Kapseln sowohl über den eigenen Shop als auch über Amazon und diverse Online-Apotheken bestellbar, doch hatte der Hersteller zuletzt aufgrund der großen Nachfrage offenbar Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit.

K53 Advance der renommierten deutschen Firma SYNformulas bietet mit 53 enthaltenen Bakterienstämmen die größte Vielfalt. Außerdem weist das Mikrokulturenpräparat die höchste Dosierung auf und enthält zusätzlich sowohl Biotin als auch Niacin für die Unterstützung der Darmschleimhaut.

Die Verpackung im Alu-Alu-Blister entspricht dem Goldstandard, denn sie schützt jede Kapsel von der Herstellung bis zum Verzehr optimal vor Luft und Feuchtigkeit. Außerdem sind sowohl der Herstellungsprozess als auch die Anlagen, auf denen das Präparat hergestellt wird, nach dem strengen Arzneimittel-Standard GMP-zertifiziert.

Kijimea K53 Advance online kaufen

Flora Intenso

Floraintense Tp
Platz:

Vorteile

Modernes, farbenfrohes Verpackungsdesign.

Akazienfaser als Präbiotikum auch bei Fruktoseintoleranz geeignet.

Riboflavin (Vitamin B2) unterstützt die Darmschleimhaut.

Nachteile

Cross Black

23 Bakterienstämme reichen nicht ganz aus.

Cross Black

Die Dosierung fällt zu gering aus.

Die Anzahl der Bakterienstämme liegt bei Flora Intenso mit 23 im Durchschnitt; dagegen kann die Dosierung mit gerade einmal 10,5 Milliarden KBE je Tagesdosis nicht überzeugen.

Zur Unterstützung der Darmschleimhaut greift der Hersteller auf das B-Vitamin Riboflavin zurück. Die Verpackung lässt dagegen zu wünschen übrig, sie kann die Bakterien nicht wirkungsvoll vor Feuchtigkeit schützen. Erfreulich ist dagegen die Qualitätssicherung: Scheunengut produziert auf GMP-zertifizierten Anlagen.

Supermikroben

Fairment Tp
Platz:

Vorteile

Das moderne, farbenfrohe Verpackungsdesign sorgt für gute Laune.

Akazienfasern liefern als hochwertiges Präbiotikum Nahrung für die Bakterien.

Zink soll das Immunsystem noch weiter unterstützen.

Nachteile

Cross Black

3 Bakterienstämme sind für ein solches Präparat leider nicht ausreichend.

Cross Black

Die Dosierung fällt zu gering aus.

Die viel beworbenen Supermikroben landen mit gerade einmal 3 Bakterienstämmen in unserem Test nur auf dem 3. Platz. Auch die Dosierung ist mit lediglich 10 Mrd. KBE eher am unteren Ende des Spektrums zu verorten.

Positiv hervorzuheben ist dagegen die GMP-Zertifizierung. Zusätzliche Stoffe zur Unterstützung der Darmschleimhaut sind nicht enthalten, jedoch wurde mit Akazienfasern ein hochwertiges Präbiotikum zugesetzt. Die Glasverpackung ist zwar nachhaltig, doch wäre ein Alu-Alu-Blister aufgrund des besseren Schutzes vorzuziehen.

Probaflor
Probaflor Tp
Platz:

Vorteile

Inulin dient den enthaltenen Bakterien als Präbiotikum.
Die Kapseln sind über den eigenen Onlineshop, Amazon sowie Online-Apotheken bestellbar und damit gut verfügbar.

Nachteile

Cross Black
Die Anzahl der Bakterienstämme ist eher gering.
Cross Black
Das Produkt enthält keine zusätzlichen Inhaltsstoffe, um eine geschädigte Darmschleimhaut zu unterstützen.
Cross Black
Insbesondere in Bezug auf die 3-Monats-Dose ist aufgrund der Verpackung die Stabilität der Kapseln fraglich.

Probaflor liefert leider nur 11 Bakterienstämme und liegt damit im hinteren Feld. Erfreulich sind dagegen die hohe Dosierung von 20 Mrd. KBE sowie die Zugabe von Inulin.

Bei der Verpackung macht der Hersteller wiederum Abstriche: Zwar ist die Plastikdose mit einer speziellen Schicht ausgestattet, welche eingedrungene Feuchtigkeit binden soll, jedoch liegen der Redaktion keine überprüfbaren Daten vor, inwieweit dies über die gesamte Dauer des Gebrauchs gewährleistet ist. Der Hersteller gibt an, nach ISO- und FDA-Standards zertifiziert zu sein, macht aber keine Angaben zu einer GMP-Zertifizierung.

Mighty Biotics

Mightyelements Mightybiotics Pulver
Platz:

Vorteile

Vegan und in Bio-Qualität.

Akazienfasern liefern als hochwertiges Präbiotikum Nahrung für die Bakterien.

Hohe Dosierung.

Nachteile

Cross Black

23 Bakterienstämme sind für ein solches Präparat leider nicht ausreichend.

Cross Black

Überlebensfähigkeit der Bakterien über Anwendungszeitraum fraglich.

Mit 23 Stämmen ist die Diversität des Mighty Probiotics Pulver respektabel, aber dennoch nicht hoch genug. Inhaltsstoffe zur Unterstützung der Darmschleimhaut fehlen vollends – ebenso wie eine vertrauenschaffende GMP-Zertifizierung. Mit der Dosierung von 20 Mrd. KBE reichen die Mighty Biotics immerhin an den Testsieger heran.

Doch auch die Verpackung kann nicht überzeugen: Nicht nur kommt der wertvolle Inhalt bei jedem Öffnen des Glasfläschchens mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt, die im losen Pulver enthaltenen Bakterien sind dieser ohne schützende Kapsel ausgesetzt.

Kijimea K53 Advance

53 verschiedene Stämme

20 Milliarden KBE

Biotin & Niacin

Alu-Alu-Blister

12-Wochen-Kur

Geld-zurück-Garantie

Kijimea K53 Advance
Kijimea K53 Advance online kaufen

Wissenschaftliche Quellen

Frémont, Marc et al. “High-throughput 16S rRNA gene sequencing reveals alterations of intestinal microbiota in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome patients.” Anaerobe vol. 22 (2013): 50-6. doi:10.1016/j.anaerobe.2013.06.002

Hua, X., Goedert, J. J., Pu, A., Yu, G., & Shi, J. (2015). Allergy associations with the adult fecal microbiota: Analysis of the American Gut Project. EBioMedicine, 3, 172–179. https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2015.11.038

Kim, Sangman M et al. “Fecal microbiota transplant rescues mice from human pathogen mediated sepsis by restoring systemic immunity.” Nature communications vol. 11,1 2354. 11 May. 2020, doi:10.1038/s41467-020-15545-w

Suez, Jotham, Zmora, Niv et al. Post-Antibiotic Gut Mucosal Microbiome Reconstitution Is Impaired by Probiotics and Improved by Autologous FMT. Cell 174, 1406–1423 September 6, 2018. 2018 Elsevier Inc. https://doi.org/10.1016/j.cell.2018.08.047

Turnbaugh, P et al. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest. Nature 444, 1027–1031 (2006). https://doi.org/10.1038/nature05414

Über den Verfasser

Frank Mehrbach

Frank Mehrbach wurde 1965 in Hamburg geboren und lebte seine Leidenschaft für das Schreiben schon früh durch sein Mitwirken in diversen Studentenzeitungen aus. Nach seiner akademischen Laufbahn besuchte er zahlreiche Seminare und Vorträge rund ums Thema Gesundheit, durch die er sein journalistisches Handwerk mit seiner Leidenschaft für Medizin kombinieren konnte. Mehrbach schrieb für verschiedene medizinische Fachzeitschriften und Gesundheitsmagazine.

2005 trat Frank Mehrbach schließlich dem Redaktionsteam von Spiegel der Gesundheit bei. Dank seiner fundierten Kenntnisse aus dem Gesundheitssektor und seinem Talent für präzise und verständliche Wissenschaftskommunikation stieg er schnell die Karriereleiter hoch. Im Jahr 2015 übernahm er die Position des Chefredakteurs.

Unter Mehrbachs Leitung veröffentlicht Spiegel der Gesundheit eine Vielzahl von Artikeln und Reportagen, die sich sowohl an medizinisches Fachpublikum als auch interessierte Laien richtet. Sein Ziel ist es, komplexe medizinische Themen verständlich darzustellen und gleichzeitig den neuesten Stand der Forschung zu präsentieren. Frank Mehrbach ist bekannt für seine sorgfältige Recherche und sein Engagement für qualitativ hochwertigen Journalismus.

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