Kaum ist die eine Erkältung ausgestanden, kündigt sich die nächste an. Husten, Schnupfen, Fieber, Magen-Darm-Infekte – für viele Eltern beginnt mit dem Eintritt ihres Kindes in die Kita oder den Kindergarten eine Phase, die nicht nur die Kleinen, sondern auch die ganze Familie an ihre Belastungsgrenzen bringt: Kinderkrankentage häufen sich, man versucht, das kranke Kind und die Arbeit im Homeoffice irgendwie unter einen Hut zu bekommen, und das schlechte Gewissen gegenüber den Kollegen wächst mit jedem weiteren Anruf, dass das Kind leider schon wieder krank ist.

Da hilft es auch nur begrenzt, zu wissen, dass diese „Krankheitswelle“ nichts Ungewöhnliches ist. Studien zeigen, dass bei Kleinkindern 8 bis 12 Infektionen pro Jahr durchaus im Rahmen des Normalen liegen. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen hat das Immunsystem kleiner Kinder noch nicht so viel „Erfahrung“ mit Keimen und kann sich daher schlechter dagegen wehren.

Starten die Kinder dann ihre Kita- oder Kindergartenzeit, treffen sie dort täglich mit vielen anderen Kindern (und Erwachsenen) zusammen: Sie teilen Spielzeug, niesen sich gegenseitig an, nehmen Dinge in den Mund und haben engen Körperkontakt. Ein Paradies für Viren und Bakterien – und gleichzeitig ein essenzielles Trainingslager für das kindliche Immunsystem.

Zusammenfassung

  • Das kindliche Immunsystem befindet sich noch im Aufbau.
  • Inzwischen sind sich Wissenschaftler einig: Der Darm und die in ihm lebenden Bakterien haben großen Einfluss auf die kindliche Entwicklung.
  • Aus diesem Grund erfreuen sich sogenannte Probiotika für Kinder wachsender Beliebtheit.
  • Trotz ihrer Unterschiedlichkeit gibt es einige fundamentale Qualitätskriterien, anhand derer wir beliebte Produkte getestet haben.

Wenn Eltern beginnen, an sich zu zweifeln: Lässt sich das Immunsystem wirklich nicht von außen unterstützen?

Trotz dieses Wissens fragen sich viele Mütter und Väter irgendwann: Mache ich etwas falsch? Ernähre ich mein Kind nicht ausgewogen genug? Ist es zu warm oder zu dünn angezogen? Sollte es mehr an die frische Luft? Oder fehlen ihm bestimmte Nährstoffe? Die Sorge um das eigene Kind ist verständlich, und der Wunsch, aktiv etwas zu tun, ist groß.

Häufig greifen Eltern dann zu Vitaminpräparaten – allen voran Vitamin C, Vitamin D und Zink. Und tatsächlich: Diese Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle für ein funktionierendes Immunsystem. Vitamin D ist für die Aktivierung von Immunzellen unverzichtbar, Vitamin C unterstützt antioxidative Prozesse, und Zink ist an zahlreichen immunologischen Funktionen beteiligt.

Eine Supplementierung kann also durchaus sinnvoll sein, insbesondere in den dunklen Wintermonaten oder bei nachgewiesenem Mangel. Doch was, wenn all diese Präparate nicht funktionieren, bleibt die Frage: Was nun? Gibt es eventuell noch eine andere Stellschraube?

Der Darm und sein Mikrobiom: das unterschätzte Zentrum der Immunabwehr

Es klingt zunächst überraschend, doch die Wissenschaft ist sich heute einig:

Etwa 70 bis 80 Prozent unserer Immunzellen befinden sich im Darm.

Insbesondere das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle, weshalb man mittlerweile im wissenschaftlichen Kontext auch von der Darm-Immun-Achse spricht.

Als Darmmikrobiom bezeichnet man das komplexe Ökosystem aus Mikroorganismen, die in unserem Darm leben. Dabei handelt es sich überwiegend um Bakterien, die sich wiederum in zahlreiche verschiedene Stämme unterteilen.

Happy Child In Garden With Digestive System Illustration

Das Mikrobiom entwickelt sich bereits bei der Geburt und wird in den ersten Lebensjahren entscheidend geprägt. Faktoren wie Geburtsmodus (vaginal oder per Kaiserschnitt), Stillen, Ernährung, Antibiotikagaben und der Kontakt zur Umwelt spielen dabei eine zentrale Rolle und bestimmen so die individuelle Zusammensetzung des Mikrobioms mit.

Wichtig ist dabei: Jeder Bakterienstamm innerhalb dieses Ökosystems hat spezifische Aufgaben und leistet so einen bestimmten Beitrag. Kommt das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, zum Beispiel weil bestimmte Bakterienstämme überhand nehmen und andere verdrängen, oder insgesamt zu wenig Bakterien vorhanden sind, können diese Aufgaben nicht mehr vollumfänglich erledigt werden.

Mediziner sprechen dann von einer Dysbiose, die weitreichende Folgen für die Gesundheit haben kann, insbesondere auch für die Immunabwehr.

Dafür ist ein ausgeglichenes Mikrobiom wichtig:

Unterstützung des Immunsystems

Vermeidung von Allergien

Metabolism Circle

Regulierung des Stoffwechsels

Erhalt der mentalen Gesundheit

Skin Problems

Förderung der Hautgesundheit

Vitamine

Aufnahme von Vitaminen

Vitalität im Alter

und viele weitere

Dysbiose und ein schwächelndes Immunsystem bei Kindern: Das sagt die Wissenschaft zur Darm-Immun-Achse

Wie eng die Darmflora mit der allgemeinen Infektabwehr von Kindern verknüpft, fasst eine Übersichtsarbeit zusammen, die 2022 von einem chilenischen Forscherteam um Sergio George und Miguel O'Ryan an der Universität Chile verfasst wurde. Die Autoren werteten die wissenschaftliche Evidenz zur Rolle der bakteriellen Darmflora bei den häufigsten Infektionen in den ersten fünf Lebensjahren aus – darunter sowohl gastrointestinale Infektionen als auch Atemwegsinfekte und zwei klassische dysbiose-assoziierte Erkrankungen: die nekrotisierende Enterokolitis und die Clostridioides difficile-Infektion.

Die Übersichtsarbeit kommt zu einem konsistenten Befund: Kinder, die an einer der genannten Krankheiten litten, wiesen im Vergleich zu gesunden Kontrollengruppen ein deutlich verändertes Darmmikrobiom. Bei Kindern der Testgruppen konnte unter anderem eine verringerte Diversität von Darmbakterien sowie eine Verschiebung des Mikrobioms (eine erhöhte Anzahl „schlechter“ Bakterien bzw. eine geringere Anzahl „guter“ Bakterien) festgestellt werden.

Die Autoren beschreiben dabei den Darm ausdrücklich als zentrales Bindeglied, das nicht nur die lokale Abwehr im Magen-Darm-Trakt, sondern auch die Immunität der Atemwege steuert.

Noch genauer wollte das ein chinesisches Forscherteam der Universitätsklinik Qingdao rund um den Wissenschaftler Lei Li zeigen: Die Forscher analysierten Stuhlproben von 26 Kindern mit wiederkehrenden Atemwegsinfekten (Recurrent Respiratory Tract Infections, RRTI) und verglichen sie mit 23 Proben einer gesunden Kontrollgruppe.

Das Ergebnis war eindeutig: Die Darmflora der infektanfälligen Kinder unterschied sich von der der gesunden Testgruppe: Die bakterielle Diversität war stark reduziert, außerdem zeigten sich deutliche Verschiebungen.

Auf den ersten Blick nicht ersichtlich: Hinter Erschöpfungssymptomen kann auch eine Dysbiose stecken.

Die Anzahl an Bakterien der Gattung Enterococcus war bei den infektanfälligen Kindern signifikant höher, während drei Gattungen, die mit einer gesunden Darmflora assoziiert werden, deutlich reduziert waren. Die Autoren werteten dies als grundlegenden Beleg dafür, dass eine Dysbiose in einem engen Zusammenhang mit wiederkehrenden Atemwegsinfekten im Kindesalter steht.

Doch welche Schlüsse können besorgte Eltern aus diesen Erkenntnissen ziehen? Ist es eventuell möglich, durch einen Ansatz am Darm das Immunsystem zu unterstützen?

Kann das Darmmikrobiom gezielt mit Probiotika unterstützt werden?

Diese Annahme unterstützt unter anderem eine neue Interventionsstudie: In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie erhielten 120 Kinder mit wiederkehrenden Atemwegsinfekten (RRTI) über einen Zeitraum von 180 Tagen täglich entweder ein Probiotikum oder ein optisch identisches Placebo.

Die Ergebnisse waren in mehrfacher Hinsicht überzeugend: In der Probiotika-Gruppe traten signifikant seltener und kürzer Fieber, Husten, obere Atemwegsinfekte, Bronchitiden und Lungenentzündungen auf, und auch die Gesamtrate der Rückfälle war deutlich reduziert.

Kids Jumping In Rain Puddle Outdoors

Parallel dazu zeigten Stuhlanalysen am Ende der Studie klare Unterschiede in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms: Bei den Kindern in der Probiotika-Gruppe waren nützliche, gesundheitsfördernde Bakteriengattungen deutlich häufiger vertreten, während die Placebo-Gruppe vermehrt opportunistische, potenziell krankheitsfördernde Keime aufwies.

Auch bestimmte Marker des Immunsystems entwickelten sich in der Probiotika-Gruppe günstiger.

Damit konnte die Studie nicht nur zeigen, dass das Darmmikrobiom durch die Gabe von Probiotika direkt unterstützt werden kann, sondern auch das gesamte Immunsystem!

Darauf folgt nun jedoch eine andere Frage: Worauf sollten Eltern bei der Auswahl des richtigen Probiotikums für ihr Kind achten? Welche Kriterien sollte ein solches Produkt erfüllen?

Was macht ein Mikrokulturenpräparat aus?

Hinweis: Der Begriff „Probiotikum“ ist zwar weit verbreitet, darf zur Bewerbung eines entsprechenden Produktes jedoch nicht mehr verwendet werden.

Die Redaktion hat sich stattdessen für den passenderen Begriff „Mikrokulturenpräparat“ entschieden.

Nach eingehender Recherche haben unsere Experten die 4 wichtigsten Qualitätsmerkmale identifiziert und im Anschluss daran 5 aktuell sehr bekannte Produkte auf diese Merkmale hin geprüft.

Qualitätsmerkmal 1: Die Anzahl der enthaltenen Bakterienstämme

Ein gutes Mikrokulturenpräparat versucht, in seiner Zusammensetzung der eines ausgeglichenen menschlichen Darmmikrobioms möglichst nahezukommen. Im Prinzip soll es quasi eine Stuhltransplantation imitieren – jedoch ohne den Ekelfaktor. Nun beherbergt ein menschlicher Darm aber nicht nur 3 bis 10 verschiedene Bakterienstämme, sondern weitaus mehr. Entsprechend sollten mindestens 50 verschiedene Stämme enthalten sein.

Qualitätsmerkmal 2: Die Stabilität der Verpackung

Die Bakterien in einem Mikrokulturenpräparat werden bei der Herstellung durch Gefriertrocknung in eine Art Winterschlaf versetzt. Kommen sie in Kontakt mit Feuchtigkeit, „erwachen“ sie. Liegen dann geeignete Nahrungsquellen vor – was im Darm der Fall ist – gedeihen die Bakterien.

Das Problem: Viele Verpackungsformen schützen die Präparate nicht ausreichend vor Feuchtigkeit.

Sind Kapseln zum Beispiel nicht einzeln, sondern zusammen in einer Plastikdose oder einem Glas verpackt, kommen die Produkte bei jedem Öffnen in Kontakt mit Luft beziehungsweise Feuchtigkeit.

Die Folge: Die Bakterien können zu früh erwachen, finden dann jedoch in der Kapsel keine Nahrung – und verhungern. Noch einfacher passiert das, wenn es sich nicht um Kapseln handelt, deren Hülle zumindest ein geringes Maß an Schutz bietet, sondern um offenes Pulver, bei dem die Bakterien bei jedem Öffnen in direkten Kontakt mit Luft kommen. Ideal sind daher Einzelverpackungen, die mit einer geeigneten Schutzhülle versehen sind.

Qualitätsmerkmal 3: GMP-Zertifizierung

Leider gibt es von gesetzlicher Seite kaum Vorgaben zur Herstellung von Mikrokulturenpräparaten. Aus diesem Grund werben viele Hersteller mit Zertifizierungen – die oft aber nur einen Mindeststandard abdecken. Deshalb ist es besonders wichtig, die ausgelobten Zertifizierungen genauer zu betrachten.

Den höchsten Standard sichert die Produktion nach GMP (Good Manufacturing Practice), dem Arzneimittelproduktions-Standard. Nur bei GMP-zertifizierten Herstellern können Verbraucher sicher sein, dass die Mikrokulturenpräparate nach diesem besonders hohen Standard gefertigt wurden.

Qualitätsmerkmal 4: Minimalistische Formulierung

Insbesondere bei (Klein-)Kindern sollte sichergestellt sein, dass das Produkt nur Stoffe enthält, die wirklich nötig sind. Leider finden sich jedoch in zahlreichen Produkten Zuckerarten. Auch, wenn die enthaltene Menge meist gering ist, sollte der Zuckerkonsum, vor allem bei Kleinkindern, möglichst weit begrenzt werden.

Doch auch Zuckeraustauschstoffe bringen ihre Probleme mit sich, da sie sich oft negativ auf die Verdauungsorgane auswirken und zum Beispiel Blähungen auslösen können. Ein Pluspunkt ist darüber hinaus eine vegetarische oder vegane Formulierung, sodass Kinder mit verschiedenen Ernährungsformen oder Unverträglichkeiten von dem Produkt profitieren können.

Welche Produkte erfüllen unsere Ansprüche?

Entsprechend dieser Kriterien haben wir 5 aktuell weit verbreitete Produkte untersucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

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Unser Testsieger

Kijimea K53 Advance Kids

100/100
Kijimea K53 Advance Kids online kaufen
Platz1

K53 Advance Kids

Kijimea K53 Advance Kids
Gesamtwertung
100
Anzahl an Stämmen
100
Verpackung
100
GMP-zertifiziert
100
Minimalistische Formulierung
100

Vorteile

Der Hersteller ist in medizinischen Kreisen für seine Forschung und Innovationen bekannt.

Enthält Kamillenextrakt und Folsäure.

Das Produkt ist gluten-, fruktose- und laktosefrei sowie frei von Zusatz-, Konservierungs- und Aromastoffen und Süßungsmitteln.

Nachteile

Cross Black

Zwar sind die Sticks sowohl über den eigenen Shop als auch über Amazon und diverse Online-Apotheken bestellbar, doch hatte der Hersteller zuletzt aufgrund der großen Nachfrage offenbar Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit.

Kijimea K53 Advance Kids stammt von dem in der Bakterienforschung etablierten deutschen Unternehmen SYNformulas. Diese Firma erfreut sich dank eigener wissenschaftlicher Forschung, die sogar schon im weltweit renommierten Fachjournal „The Lancet“ publiziert wurde, eines großen Ansehens in medizinischen Fachkreisen.

Das zeigt sich auch bei der genaueren Betrachtung des Produkts: K53 Advance Kids enthält 53 verschiedene, sorgfältig auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmte Bakterienstämme und verfügt damit über die mit weitem Abstand höchste Diversität in diesem Test. Um die Darmschleimhaut und damit die Ansiedelung der zugeführten Bakterien zu unterstützen, wurden zusätzlich sowohl Biotin als auch Niacin beigefügt. Darüber hinaus enthält Kijimea K53 Advance Kids Folsäure, welche das Immunsystem unterstützt.

Das Produkt liegt als geschmackloses Pulver vor, das einfach in Getränke oder Brei eingerührt werden kann. Das ist vor allem für kleine Kinder praktisch, die Probleme damit haben, Kapseln zu schlucken. Jede Tagesdosis ist in einen separaten Stick verpackt, wodurch die wertvollen Bakterien von der Herstellung bis zum Verzehr optimal vor Luft und Feuchtigkeit geschützt werden. Außerdem sind sowohl der Herstellungsprozess als auch die Anlagen, auf denen das Präparat hergestellt wird, nach dem strengen Arzneimittel-Standard GMP-zertifiziert.

Kijimea K53 Advance Kids ist für eine vegetarische Ernährung geeignet und ist frei von Zucker sowie Zuckeraustauschstoffen, zugesetzten Aromen, Konservierungsmitteln und Gluten. Damit ist das Produkt bereits für Kinder ab einem Jahr geeignet.

Ein weiteres Plus: Als einer von nur zwei Herstellern im Test gibt Kijimea die genaue Stammspezifität der enthaltenen Bakterienstämme an. Dies ist insofern wichtig, als sich verschiedene Stämme einer Gattung (z.B. B. infantis) in ihrer Wirkung stark voneinander unterscheiden können. Für Verbraucher und Eltern ist es daher wichtig zu wissen, was wirklich in ihrem Produkt steckt.

Damit erreicht K53 Advance Kids die volle Punktzahl und ist unser Testsieger.

Kijimea K53 Advance Kids

Kijimea K53 Advance Kids konnte auf ganzer Linie überzeugen und landet daher mit 100 Punkten verdient auf dem 1. Platz.

Besonders beeindruckend: Das Produkt enthält ganze 53 verschiedene Bakterienstämme, weitaus mehr als alle anderen Präparate.

Kijimea K53 Advance Kids online kaufen

lovebug Kids Probiotic Pearls

Lovebug Kids Probiotic Pearls
Gesamtwertung
56
Anzahl an Stämmen
0
Verpackung
50
GMP-zertifiziert
100
Minimalistische Formulierung
75

Vorteile

Modernes, farbenfrohes Verpackungsdesign.

Enthält mit FOS ein hochwertiges Präbiotikum.

Nachteile

Cross Black

5 Bakterienstämme sind zu wenig.

Cross Black

Wird erst ab 4 Jahren empfohlen.

Mit großem Abstand auf dem zweiten Platz landen die Kids Probiotic Pearls des amerikanischen Herstellers lovebug. Die kleinen „Perlen“ sind vergleichsweise einfach zu schlucken oder zu zerkauen und sind dementsprechend jedoch erst für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Ob das zugesetzte Orangenaroma dem Kindergeschmack auch wirklich entspricht, bleibt offen. Die Perlen befinden sich offen in einer Plastikdose, leider ist damit der optimale Schutz für die enthaltenen Bakterien nicht gewährleistet.

Leider fällt die Diversität bei diesem Produkt deutlich geringer aus als beim Testsieger: Lediglich 5 verschiedene Bakterienstämme sind enthalten, deren genaue Stammspezifität nicht angegeben wird. Löblich ist dagegen die Zugabe von FOS, einem hochwertigen Präbiotikum, das als Bakterienfutter fungieren soll.

Die aktuell auf Amazon in Deutschland erhältliche Version enthält Sucralose, einen künstlichen Süßstoff, welcher sich laut Studien negativ auf die Darmflora auswirken kann – alles andere als ideal für ein Probiotikum. Mittlerweile scheint zumindest direkt über die amerikanische Herstellerseite jedoch auch eine Version mit Stevia als Süßungsmittel verfügbar zu sein. Sobald diese auch auf Amazon verfügbar ist, werden wir unsere Bewertung entsprechend anpassen. Positiv ist dagegen die GMP-Zertifizierung.

Lovebug Kids Probiotic Pearls

Mit 56 Punkten landen die Kids Probiotic Pearls auf dem 2. Platz.

Zwar kann das Produkt mit der Zugabe von FOS als Präbiotikum sowie einer GMP-Zertifizierung aufwarten, doch lassen sowohl Diversität als auch Verpackung zu wünschen übrig.

Carnium Botanicals Kids Biotic

Carnium Botanicals Kids Biotic
Gesamtwertung
50
Anzahl an Stämmen
0
Verpackung
0
GMP-zertifiziert
100
Minimalistische Formulierung
100

Vorteile

Sehr cleane Formulierung ohne zugesetzten Zucker, Süßungsmittel oder künstliche Aromen.

Enthält FOS und Inulin als Bakterienfutter.

Nachteile

Cross Black

Enthält die geringste Diversität im Test.

Cross Black

Verpackungsform ist für ein Mikrokulturenpräparat ungeeignet.

Der slowenische Hersteller Carnium Botanicals erreicht knapp hinter dem Zweitplatzierten den dritten Platz. Das liegt vor allem daran, dass das Produkt nicht nur für eine vegane Ernährung geeignet ist, sondern auch weder Zucker, Zuckerersatzstoffe oder zugesetzte Aromen enthält – ähnlich wie der Erstplatzierte. Ebenfalls wie der Erstplatzierte verfügt der Hersteller über eine GMP-Zertifizierung, die das Vertrauen in die Herstellungsprozesse stärkt. Leider enden die Gemeinsamkeiten an dieser Stelle jedoch.

Lediglich 3 verschiedene Bakterienstämme sind in dem Produkt enthalten. Damit verfügt Carnium Botanicals über die geringste Diversität aller getesteten Produkte. Noch dazu wird das Produkt als offenes Pulver in einer Plastikdose angeboten. Das bringt gleich zwei Nachteile mit sich: Zum einen kann die Dosierung (trotz beigelegtem Dosierlöffel) in der praktischen Anwendung schwanken, zum anderen sind die wertvollen Bakterien so bei jedem Öffnen schutzlos der Umgebungsluft und damit Feuchtigkeit ausgesetzt. Wie viele Bakterien zum Zeitpunkt des Verzehrs wirklich noch lebensfähig sind, darf daher angezweifelt werden.

Immerhin enthält das Produkt jedoch mit FOS und Inulin gleich zwei präbiotische Stoffe, die den Bakterien als Futter dienen sollen. Dabei soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass Inulin teilweise zu Blähungen führen kann. Daneben wurde Vitamin C ergänzt, welches das Immunsystem unterstützen soll.

Carnium Botanicals Kids Biotic

Mit 50 Punkten erreicht Carnium Botanicals einen respektablen dritten Platz.

Überzeugen kann das Produkt vor allem mit seiner GMP-Zertifizierung, die geringe Diversität und die Verpackungsform kosten jedoch wertvolle Punkte.

PEDIAKID Bakto Gums

Pediakid Bakto Gums
Gesamtwertung
44
Anzahl an Stämmen
0
Verpackung
50
GMP-zertifiziert
100
Minimalistische Formulierung
25

Vorteile

Nennt die genauen Bakterienstämme.

Ist gluten- und laktosefrei.

Nachteile

Cross Black

Enthält Zucker.

Cross Black

Die Dosierung fällt zu gering aus.

Die Bakto Gums des französischen Herstellers PEDIAKID erreichen gerade einmal 44 Punkte und damit den 4. Platz. Die Gummies sind für Kinder ab drei Jahren und enthalten natürliches Apfelaroma. Der Hersteller gibt an, keine künstlichen Süßstoffe zu verwenden, erwähnt jedoch nicht, dass stattdessen der Hauptbestandteil der Gummibärchen Zucker (Glukosesirup und Rohrzucker) ist. Das ist für Kinder in diesem Alter ein echter Nachteil. Zwar enthält das Produkt keine Gelatine, doch gibt es keinen Hinweis darauf, dass es vegan ist.

Enttäuschend fällt daneben auch die Diversität von nur 5 verschiedenen Bakterienstämmen auf, auch wenn diese zumindest mit ihrer genauen Stammspezifität genannt werden. Auch die Verpackung in einer einfachen Plastikdose lässt zu wünschen übrig. Immerhin verfügt der Hersteller über eine GMP-Zertifizierung.

Pediakid Bakto Gums

Die Bakto Gums können sich mit 44 Punkten noch auf den vorletzten Platz in unserem Test retten.

Das verdanken sie insbesondere der GMP-Zertifizierung. Enttäuschend sind dagegen der hohe Zuckeranteil sowie die Verpackungsform.

Mium Lab Probiotika

Mium Lab Probiotika
Gesamtwertung
38
Anzahl an Stämmen
0
Verpackung
50
GMP-zertifiziert
25
Minimalistische Formulierung
75

Vorteile

Gummies ohne Zucker.

Enthält Vitamin B12 und Zink.

Nachteile

Cross Black

Enthält Mannitol, einen Zuckeralkohol, welcher abführend wirken kann.

Cross Black

Keine GMP-Zertifizierung.

Für die Gummies des ebenfalls französischen Herstellers Mium Lab, früher Les Miraculeux, reicht es leider nur noch für den 5. und damit letzten Platz in unserem Test. Zwar ist die Formulierung zumindest vegan und frei von Zucker, doch enthält sie Mannitol. Dabei handelt es sich um einen Zuckeralkohol, der in größeren Mengen abführend wirken kann. Insbesondere Kinder können empfindlich darauf reagieren, weshalb dieser Inhaltsstoff für ein Produkt, das für Kinder ab 4 Jahren empfohlen wird, ungeeignet ist.

Auch dieser Hersteller setzt auf eine einfache Plastikdose, die genaue Stammspezifität der gerade einmal vier verschiedenen Bakterienstämme wird nicht genannt. Positiv hervorzuheben ist lediglich die Zugabe von Vitamin B12 sowie Zink, wobei insbesondere letzteres das Immunsystem unterstützen kann. Zwar gibt der Hersteller an, ISO-zertifiziert zu sein, bezüglich einer GMP-Zertifizierung konnten wir jedoch keine Angaben finden.

Mium Lab Probiotika

Mit 38 Punkten landet Mium Lab auf dem 5. und letzten Platz.

Positiv hervorzuheben ist lediglich die Zugabe von Vitamin B12 und Zink, ansonsten enttäuscht das Produkt auf ganzer Linie.

Fazit

Der Darm steht aktuell im Fokus medizinischer Forschung – wir meinen zu Recht! Bereits jetzt lässt sich der große Einfluss dieses Organs und seiner bakteriellen Bewohner auf viele Körperbereiche und -funktionen erahnen, insbesondere auf das Immunsystem. Das gilt vor allem für Kinder, deren Mikrobiom und Immunsystem sich noch im Aufbau befinden. Viele Eltern greifen daher zu sogenannten Mikrokulturenpräparaten.

Jedoch zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass sich zwischen den auf dem Markt befindlichen Produkten doch enorme Qualitätsunterschiede ausmachen lassen. Daher ist es besonders wichtig, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren.

Testsieger bestellen

Kijimea K53 Advance Kids

Bewertung im Vergleich: 100/100
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Platz1Kijimea K53 Advance Kids

Wissenschaftliche Quellen

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wie viele Infekte sind bei kleinen Kindern noch „normal"? Kinderärzte im Netz [Internet]. Köln: BVKJ; [zitiert am 6. Mai 2026]. Verfügbar unter: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/wie-viele-infekte-sind-bei-kleinen-kindern-noch-normal/

Li L, Wang F, Liu Y, Gu F. Intestinal microbiota dysbiosis in children with recurrent respiratory tract infections. Microb Pathog. 2019;136:103709. doi:10.1016/j.micpath.2019.103709.

George S, Aguilera X, Gallardo P, Farfán M, Lucero Y, Torres JP, Vidal R, O'Ryan M. Bacterial Gut Microbiota and Infections During Early Childhood. Front Microbiol. 2022;12:793050. doi:10.3389/fmicb.2021.793050.

Chen K, Ma W, Zhong J, Yang P, He N, Li X, Zhai Y, Yuan J, Liong MT, Liu C, Guan Y. Probiotic Supplementation Reduces RRTIs and Enhances Gut Microbial and Immunity in Children: A Randomized Controlled Trial. J Microbiol Biotechnol. 2026 Feb 3;36:e2511038. doi: 10.4014/jmb.2511.11038. PMID: 41635177; PMCID: PMC12883317.

Über den Verfasser

Frank Mehrbach

Frank Mehrbach wurde 1965 in Hamburg geboren und lebte seine Leidenschaft für das Schreiben schon früh durch sein Mitwirken in diversen Studentenzeitungen aus. Nach seiner akademischen Laufbahn besuchte er zahlreiche Seminare und Vorträge rund ums Thema Gesundheit, durch die er sein journalistisches Handwerk mit seiner Leidenschaft für Medizin kombinieren konnte. Mehrbach schrieb für verschiedene medizinische Fachzeitschriften und Gesundheitsmagazine.

2005 trat Frank Mehrbach schließlich dem Redaktionsteam von Spiegel der Gesundheit bei. Dank seiner fundierten Kenntnisse aus dem Gesundheitssektor und seinem Talent für präzise und verständliche Wissenschaftskommunikation stieg er schnell die Karriereleiter hoch. Im Jahr 2015 übernahm er die Position des Chefredakteurs.

Unter Mehrbachs Leitung veröffentlicht Spiegel der Gesundheit eine Vielzahl von Artikeln und Reportagen, die sich sowohl an medizinisches Fachpublikum als auch interessierte Laien richtet. Sein Ziel ist es, komplexe medizinische Themen verständlich darzustellen und gleichzeitig den neuesten Stand der Forschung zu präsentieren. Frank Mehrbach ist bekannt für seine sorgfältige Recherche und sein Engagement für qualitativ hochwertigen Journalismus.

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